Interview mit Michael Baran zum Arbeiten im Geschäftsbereich Arbeiten

Michael Baran ist Gruppenverantwortlicher in den Baunataler Werkstätten des Baunataler Diakonie Kassel e.V. und spricht im Interview über das Arbeiten im Geschäftsbereich Arbeiten.

Beschreiben Sie Ihre tägliche Arbeit; was sind Ihre Hauptaufgaben?
Meine Hauptaufgaben als Gruppenverantwortlicher im Bereich Handmontage der Baunataler Werkstätten bestehen darin, unsere Menschen mit Handicap in ihrem Arbeits-leben und bei ihren alltäglichen Problemen zu begleiten, zu betreuen und zu fördern. Dazu zählen natürlich die Anleitung bei der Arbeit und die Unterstützung bei Pro-duktionsaufträgen entsprechend ihrer individuellen Bedarfe und Möglichkeiten.

Sie sind gelernter Koch. Wie kam es zu dem Entschluss, mit behinderten Menschen arbeiten zu wollen?
Nach meiner Ausbildung zum Koch habe ich zunächst meinen Wehrdienst bei der Bun-deswehr in Kassel geleistet, wo ich als Schichtleiter in der Küche des Offiziersheims tätig war. Darüber kam mein Kontakt zu einem Herrn zustande, der im „Kuratorium für Men-schen mit Behinderung“ tätig war. Dieser hat mich an die Baunataler Werkstätten ver-mittelt, da ich mich für eine Arbeit im sozialen Bereich in¬ter¬essiert habe. Ich hatte Glück und man hat mir im Baunataler Diakonie Kassel e.V. durch verschiedene Praktika die Möglichkeit gegeben, in viele Bereiche des Unternehmens einmal reinzuschnuppern. So habe ich den Entschluss gefasst, zukünftig in der Behindertenhilfe tätig sein zu wollen. 1986 wurde ich dann in dem Bereich Handmontage als Gruppenverantwortlicher in den Baunataler Werkstätten eingestellt. Zum Erwerb der erforderlichen pädagogischen Fach-kenntnisse, um in einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) arbeiten zu können sind diese erforderlich, habe ich dann in den Jahren 1988/1989 noch die Fortbildung „Sonderpädagogische Zusatzqualifikation für Gruppenleiter in Werkstätten für behinderte Menschen“ (kurz SPZ) belegt. Abschließend kann ich sagen, die Entscheidung damals war die Richtige, ich arbeite immer noch gerne hier.

Welche Herausforderungen haben Sie im Laufe Ihres Arbeitslebens in dem Baunataler Diakonie Kassel e.V. gemeistert?
Ich habe Anfang der 90er Jahre in den Baunataler Werkstätten die Entwicklung einer Fördergruppe maßgeblich vorangetrieben und dann lange Jahre intensiv begleitet, bis ich wieder in den Bereich Handmontage gewechselt bin. In einer Fördergruppe werden Menschen mit Handicap, die schon älter sind oder mehr Unterstützung bei den Produktionsaufträgen benötigen, außerhalb der regulären Gruppe mit einer besonderen Zuwendung individuell betreut und gefördert. Im Laufe der Jahre vergrößerte sich die Gruppe immer mehr und die Räumlichkeiten wurden einfach zu eng, so dass wir einige Umzüge meistern mussten. Heute bezeichnet man diese Gruppe als IBA (Intensiv Betreutes Arbeiten) und sie ist mittlerweile zu einem festen Bestandteil einer jeden Werkstatt unseres Unternehmens geworden.

Welche Wünsche haben Sie für Ihre berufliche Zukunft?
Aus heutiger Sicht würde ich mehr versuchen, die älteren und schwächeren Mitarbeitenden mit Handicap in eine regulären leistungsstärkeren Arbeitsgruppe zu integrieren. So könnte man Inklusion auch innerhalb der WfbM wirklich leben. Das wäre etwas, was ich mir für die Zukunft wünsche.

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