Interview mit Rita Schneider zum Arbeiten im Bereich Suchthilfe

Rita Schneider ist Hauswirtschaftliche Mitarbeiterin in der Blaukreuz-Zentrum gGmbH und gibt Auskunft über das Arbeiten im Bereich Suchthilfe.

Wie sind Sie zur bdks gekommen?
Nachdem ich meine Ausbildung zur Hauswirtschafterin abgeschlossen hatte, suchte ich eine Halbtagsstelle in diesem Bereich. Im damaligen Blaukreuz-Verein wurde eine Küchenhilfe gesucht und so habe ich zunächst im Küchenbereich angefangen. Das war am 01.10.1989. Nach und nach konnte ich immer mehr meine Arbeitszeit erhöhen und hatte zunächst die Küchenleitung und später auch die Leitung der Hauswirtschaft inne. Um auch die BewohnerInnen bei der Bewältigung ihrer Abhängigkeitserkrankung unterstützen zu können, habe ich noch eine Weiterbildung zur Suchthelferin absolviert.

Was sind die Besonderheiten in der Arbeit mit Menschen mit einer Suchterkrankung?
Das ist ganz klar die Vielseitigkeit. In der Anamnese erfährt man, wie der Mensch zu einer Suchterkrankung gekommen ist und wie er damit umgeht. Wenn man mit den Menschen dann länger zusammenarbeitet und sie auf ihrem Weg begleitet, merkt man, dass er oder sie ein Mensch ist, wie jeder andere auch. Schön ist es auch, die positive Entwicklung einiger BewohnerInnen zu sehen. Einige begleiten wir ja über viele Jahre hinweg. Es gehören aber natürlich auch traurige Momente dazu, wenn z.B. ein/e BewohnerIn aufgrund seiner/ ihrer Erkrankung stirbt. Grundsätzlich kann ein/e BewohnerIn bis zu seinem/ ihrem Tod in unserer Einrichtung verbleiben. Nur wenn er/ sie z.B. älter wird und der pflegerische Bedarf zu groß wird, muss er/sie in eine entsprechende Pflegeeinrichtung verlegt werden.

Erfüllt Sie Ihre tägliche Arbeit?
Ja, sehr! Die Arbeit im Bereich Hauswirtschaft und Küche ist meistens sehr umfangreich und vielfältig. Wichtig sind mir vor allem der Kontakt und die Zusammenarbeit mit den BewohnerInnen. Alles in allem ist es eine abwechslungsreiche Arbeit, die täglich neues mit sich bringt. Ich komme gern zur Arbeit!

Hat die diakonische Ausrichtung der bdks eine Rolle bei Ihrer Bewerbung gespielt?
Ja, das hat sie! Die wöchentlich stattfindenden Andachten gefallen mir sehr gut, da sie ein bisschen Ruhe in die Gruppe und das turbulente Alltagsgeschehen bringen. Ich habe immer an den Kreisen teilgenommen und organisiere auch heute noch die Andachten bei uns im Haus oder in Zusammenarbeit mit der benachbarten WfbM. Darüber hinaus engagiere ich mich in der unternehmensweiten diakonischen Arbeitsgemeinschaft. Leider bleibt der christliche Gedanke – auch in der Arbeitswelt – manchmal auf der Strecke. Das finde ich sehr schade.

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