Am Ende war alles ganz selbstverständlich und entspannt. Dabei hatten manche Konfirmand*innen aus Wabern und Umgebung vorab Bedenken, was sie an diesem besonderen Nachmittag  im Wohnheim der bdks in Wabern erwarten würde.

Pfarrerin Gabriele Scheid arbeitet mit einer halben Stelle als Gemeindepfarrerin und mit der zweiten Hälfte für die bdks. Ihr Ziel ist es stets, beide Elemente ihrer Tätigkeit zu verknüpfen und Inklusion und auf eine ganz selbstverständliche Weise zu ermöglichen. Im vergangenen Jahr hatte sie dafür ein Zirkus-Event organisiert und jetzt die Idee einer Begegnung mit den Pferden in die Tat umgesetzt. Die Ponys von Anorak 21, eine Lebensgemeinschaft mit Jugend-Betreuungs-Einrichtung, sind in der Jugendhilfe therapeutische Arbeit gewöhnt, besonders gutmütig und geduldig.

Bingo zum Start, Pizza und Obstsalat zum Abschluss

Schnell verstanden sich beide Gruppen, denn sowohl die Konfirmand*innen als auch die behinderten Menschen wollten die Tiere gerne berühren und streicheln. Zuvor hatten sie sich miteinander bekannt gemacht. Ein Bingo Spiel, bei dem es allerdings nicht um Zahlen ging, sondern um Eigenschaften der Teilnehmer, brachte viele Gemeinsamkeiten zutage. Wer isst ungerne Schokolade, wer liest Bücher oder wer kocht gerne, so lauteten einige der Fragen. Schnell wurde der Umgang miteinander vertraut und selbstverständlich. Behinderungen spielten ganz plötzlich gar keine Rolle mehr. Also: Bingo!

Die Konfirmand*innen leisteten Hilfestellung und freuten sich selbst, wenn sie bei Annäherungen an die Tiere durch Tamara, Vanessa oder Lena von Anorak 21 unterstützt wurden. „Sundown“, „Cupcake“ und „Frau Ella“, so hießen die Pferde, zeigten sich von ihrer liebsten Seite und ließen sich gerne striegeln. Tamara erklärte die verschiedenen Bürsten, zum Beispiel die zum Reinigen der Hufe oder zum Striegeln der Mähne. Danach wurde gemeinsam ein Obstsalat für die Vierbeiner geschnitten und beim Füttern war schon alles selbstverständlich. Schließlich durften alle reiten, die dazu Lust hatten, bevor ein großes Pizzaessen den ereignis- und erlebnisreichen Tag mit einem gemeinsamen Mahl beendete.

Pferde kennen keine Behinderung

Heike Stiebig, die Leiterin der Einrichtung freute sich genauso wie Pfarrerin Scheid über eine gelungene Begegnung und ein Stück gelebte Inklusion. Pferde unterscheiden nicht zwischen behinderten und nicht-behinderten Menschen und lösen damit Hemmungen auf. Ermöglicht wurde dies mit der Kollekte aus dem Gottesdienst vom Fest der Vielfalt, das in diesem Jahr in Wabern gefeiert wurde.

Alle Bilder: © Foto: Rainer Sander

 

 

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