Interview mit Barbara Holzapfel zum Arbeiten im Geschäftsbereich Wohnen

Barbara Holzapfel ist Abteilungsleitung im Geschäftsbereich Wohnen beim Baunataler Diakonie Kassel e.V. in den Hofgeismarer Wohnstätten für die Wohngruppe „Altes Amtsgericht“ in Wolfhagen und die Wohngruppen am Standort Grebenstein-Burguffeln. Im Interview spricht sie über das Arbeiten dort.

Wie sind Sie zu dem Baunataler Diakonie Kassel e.V. gekommen?
In meinem ersten Beruf bin ich Kauffrau und war als Marktleiterin tätig. Nach der Geburt meines Sohnes habe ich zur Erzieherin umgeschult. Der Baunataler Diakonie Kassel e.V. wurde mir zum Anerkennungsjahr von unserer Vertrauenslehrerin empfohlen und von einem Kollegen aus der Hundearbeit. Als ich mir bei meinem Vorstellungsgespräch vor Ort eine Wohngruppe in der Praxis angeschaut habe, hat mir dies sehr zugesagt.

Wie verlief Ihr Werdegang bei dem Baunataler Diakonie Kassel e.V.?
Mein Anerkennungsjahr zur Erzieherin habe ich in einer Wohngruppe in Hofgeismar ab-solviert, danach bin ich mit einer halben Stelle in den Gruppendienst der damals neu eröffneten Wohngruppe in Grebenstein-Burguffeln gewechselt. Während dieser Zeit habe ich ne¬ben¬beruflich Sozial¬wesen studiert. Der Baunataler Diakonie Kassel e.V. hat mir dafür die Möglichkeit ge¬geben, durch die Schichtarbeit konnte ich zudem Studium und Arbeit sehr gut mitein¬ander ver¬binden. 2008 habe ich dann die Koordination einer Wohn-gruppe in Hofgeismar über¬nommen. Seit 2013 bin ich in den Hofgeismarer Wohn¬stätten als Abteilungsleitung tätig. Im ersten Jahr habe ich diese Aufgabe zunächst im Rahmen einer Elternzeitvertretung wahrgenommen. Im Anschluss an diese Zeit wurde mir dann die Möglichkeit gegeben, bei der Eröffnung der Wohngruppe „Altes Amtsgericht“ in Wolf-hagen mitzuwirken und seitdem bin ich für die Wohngruppen in Grebenstein und Wolfhagen als Abteilungsleitung verantwortlich.

Was sind die größten Herausforderungen in Ihrer aktuellen Arbeit?
Die Unbekannten. Täglich kommen unterschiedlichsten Anforderungen auf mich zu.
Das Unplanbare, das jeden Tag auftreten kann, macht meinen Beruf interessant, ab-wechslungsreich und spannend. Neue Anforderungen und Aufgaben zu lösen, fordert mich heraus und gibt mir ein positives Gefühl, wenn man dabei alle Beteiligten berück-sichtigen kann.

Was sind die Besonderheiten in der täglichen Arbeit am Standort Wolfhagen?
In der neuen Wohngruppe wohnen viele Personen mit einem hohen Hilfebedarf. Diesen Personen Möglichkeiten der Inklusion und der Teilhabe zu bieten ist für das „Alte Amtsgericht“ von großer Bedeutung. In Wolfhagen gab es zuvor noch keine Einrichtung für Menschen mit Handicap, für die Anwohner der Kleinstadt war es eine neue Erfahrung 15 Personen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen direkt in der Innenstadt zu be-grüßen. Mittlerweile sind die BewohnerInnen aus dem „Alten Amtsgericht“ in vielen Geschäften und Vereinen bekannt und gern gesehene Gäste.

Erfüllt Sie Ihre Arbeit?
Die Arbeit wird nie langweilig. Die Vielfalt der Menschen, mit denen man täglich kon¬fron-tiert wird genauso wie die Vielfalt der Aufgaben, die einem täglich begegnen, macht den Beruf aus. Dass man mit seinem Tun etwas bewirken kann und dass man für die Men-schen mit Handicap sowie für die Mitarbeitenden im Gruppendienst bessere Lebens-qualitäten bzw. Arbeitsbedingungen schaffen kann, ist eine sehr erfüllende Arbeit.

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